Dritter Wiener Erdwärmetag am 16.6.2021 von 9:00 - 12:00

 

Der Wiener Erdwärmetag 2021 fand heuer am 16.6. statt und wurde wieder online abgehalten. Dieses Jahr widmete sich der Erdwärmetag den Themen:

 

"Der Untergrund als Wärmespeicher und Anergienetze"

 

Mit dem zunehmenden Kühlbedarf in den Städten rückt auch die Möglichkeit der Speicherung von sommerlicher Überschusswärme im Untergrund in den Vordergrund. Die saisonale Nutzung von Erdspeichern gewinnt also für die Dekarbonisierung der Wärme- und Kälteversorgung immer mehr an Bedeutung. In diesem Zusammenhang wurden im Rahmen der Veranstaltung verschiedene Projekte zu dem Thema vorgestellt, sowie traditionsgemäß auch aktuelle Informationen aus Wien präsentiert.

 

Der Wiener Erdwärmetag ist eine Kooperation der Geologischen Bundesanstalt mit der Stadt Wien | Energieplanung und dem GTÖ.

Die Vorträge des dritten Wiener Erdwärmetags können Sie hier nachsehen

Begrüßung

Stadtrat Jürgen Czernohorszky, Moderation: Robert Krickl

Die Begrüßungsworte werden vom amtsführenden Stadtrat Jürgen Czernohorszky per Videobotschaft überbracht. Darin betont er die Bedeutung der Erdwärmenutzung für die Dekarbonisierung der städtischen Wärmeversorgung.

 


Neues zur Erdwärme aus Sicht der Stadt

Stefan Sattler, Stadt Wien Energieplaung

Aktuelle Aspekte der Erdwärme aus energieplanerischer Sicht, präsentiert von Stefan Sattler (Stadt Wien Energieplanung). Dabei betont er die globale Bedeutung der Städte für die Erreichung der Klimaziele. Derzeit ist ein Dekarbonisierungskonzept „Wärme und Kälte“ in Ausarbeitung, dabei wird der Geothermie eine hohe Bedeutung beigemessen. Weitere angesprochene Instrumente der Stadt Wien sind die Energieraumpläne und die Initiative „100 Gebäude raus aus Öl & Gas im Bestand“. Im Rahmen dieser Initiative werden ausgewählte Projekte für den Umstieg auf erneuerbare Wärme und Kälteversorgung aktiv begleitet werden.

 

 


Aktuelle Projekte der Stadt Wien (Decarb City Pipes und GEL-SEP)

Herbert Hemis (Stadt Wien Energieplaung) und Cornelia Steiner (Geologische Bundesansalt)

In diesem Vortrag werden aktuelle Projekte der Stadt Wien vorgestellt: Das EU-Projekt Decarb City Pipes widmet sich der Frage der Dekarbonisierung der Fernwärme- und Fernkälteversorgung. Die teilnehmenden Städte sind Bilbao (ES), Dublin (IR), Rotterdam (NE), Winterthur (DE), München (DE), Bratislava (SK) und nicht zuletzt Wien. Dabei sind die Herausforderungen europaweit zwar sehr ähnlich gelagert, mit den teilnehmenden Städten kann die Bandbreite der Herausforderungen gut wiedergegeben werden. Ziel des Projekts ist es durch „local working groups“ konkrete Vorschläge für Umsetzungsprojekte zu erarbeiten. Das zweite vorgestellte Projekt ist das Green Energy Lab Projekt „Spatial Energy Planning“ GEL-SEP. Zentrales Herzstück dieses Projekts ist der Energieatlas, der schon am Erdwärmetag 2020 von Alexander Rehbogen vorgestellt wurde (Link zum Vortrag). Im zweiten Teil des Vortrags stellt Cornelia Steiner (Geologische Bundesanstalt) die konkreten Ergebnisse des Projekts in Bezug auf Erdwärmepotenziale vor.

 

 

 


HEAT HARVEST - oder wie man zu Weihnachten Solarwärme geschenk bekommt.

Edith Haslinger (AIT) und Robert Philipp (TERRA Umwelttechnik)

Zur Vermeidung urbaner Hitzeinseln werden vielerorts schon Grün- und/oder Wasserflächen propagiert und eingesetzt. Der Einsatz dieser Lösungen ist allerdings nicht immer ausreichend bzw. auch erwünscht oder erlaubt, wie z.B. bei Altbauten, historischen oder denkmalgeschützten Gebäuden. Das Projekt „Heat Harvest“ beleuchtet die  Möglichkeiten der „Ernte“ solarer urbaner Überschusswärme von Gebäudeoberflächen, Gehwegen, Straßen und Plätzen durch flach verlegte Absorberleitungen, welche danach in Erdsondenspeicher zur späteren Verwendung als Quelle zur Gebäudeheizung eingebracht wird. Im ersten Teil des Vortrags stellt Edith Haslinger (AIT) die wissenschaftlichen Erkenntnisse aus dem einjährigen Sondierungsprojekt vor. Im zweiten Teil des Vortrags stellt Robert Philipp (TERRA Umwelttechnik) die ersten Umsetzungsvorhaben vor.

 

 

 


Anergienetz Seestadt Aspern, Baufeld H6

David Bauernfeind (Beyond Carbon Energy)

 

Die Firma Beyond Carbon Energy ist ein Wiener Energieversorgungsunternehmen, das sich mit lokal verfügbarer nachhaltiger Wärmeversorgung beschäftigt. Auf dem Bauplatz H6 der Seestadt Aspern entsteht aktuell eines der größten Anergienetze Österreichs. Die Zielsetzung des Projekts ist die zu 100 % CO2 freie Energieversorgung des Baufelds mit Wärme, Kälte und Warmwasser. Des weiteren soll das Konzept auch mit marktüblichen Preisen realisierbar sein. Die für den Winter benötigte Wärme wird in erster Linie von der Raumtemperierung gewonnen und in zwei Erdwärmesondenfeldern gespeichert. Zusätzliche Wärmequellen sind die Abwärme eines Nahversorgers sowie auch die Außenluft.

 

 

 


Rolle der Speichertechnologie in einem Fernwärmesystem

Rusbeh Rezania (Wien Energie)

Rusbeh Rezania (Wien Energie) präsentiert verschiedene Möglichkeiten der Wärmespeicherung für die Fernwärme. Die saisonale Wärmespeicherung hat das Potenzial etwa 17 – 20 % des gesamten Wärmebedarfs vom Sommer in den Winter zu verschieben. Sommerliche Wärmeüberschüsse können über das Fernwärmenetz so im großen Stil dem Endkunden im Winter zur Verfügung gestellt werden. Technische Möglichkeiten wie Wasserspeicher oder Erdbeckenspeicher nehmen große Flächen in Anspruch, daher wird in Zukunft die geothermische Wärmespeicherung spielen. Sowohl in Form von Erdwärmesondenfeldern (BTES) als auch als die Wärmespeicherung in tiefen Grunwasserschichten (Aquiferspeicher - ATES). Der größte Vorteil von ATES ist der geringe Flächenbedarf an der Oberfläche.

Rusbeh Rezania (Wien Energie) präsentiert verschiedene Möglichkeiten der Wärmespeicherung für die Fernwärme. Die saisonale Wärmespeicherung hat das Potenzial etwa 17 – 20 % des gesamten Wärmebedarfs vom Sommer in den Winter zu verschieben. Sommerliche Wärmeüberschüsse können über das Fernwärmenetz so im großen Stil dem Endkunden im Winter zur Verfügung gestellt werden. Technische Möglichkeiten wie Wasserspeicher oder Erdbeckenspeicher nehmen große Flächen in Anspruch, daher wird in Zukunft die geothermische Wärmespeicherung spielen. Sowohl in Form von Erdwärmesondenfeldern (BTES) als auch als die Wärmespeicherung in tiefen Grunwasserschichten (Aquiferspeicher - ATES). Der größte Vorteil von ATES ist der geringe Flächenbedarf an der Oberfläche.